Janka und der Walfisch

Meine Lieben,

Als wir nach langem warten auf den Wind endlich, endlich losfuhren, haette ich nie in meinem Leben erwartet, dass es so viele Walfische gibt. Die Kueste Ostkueste von Suedafrika ist sozusagen die Bruetkueste und Maternite der Walfische. Ueberall sah man sie herumgumpen und toben. Ich sass am Steuer und erfreute mich des Anblickes als auf einmal einige Meter vor mir, so eine Wassergischt aufspruehte. Und als ich rief: achtung Walfische direkt vor uns, da waren sie schon unter dem Boot. Und nicht nur einer, nein ein verliebtes Paerchen war das. Paerchen kann man nicht sagen, eher Paar, denn die Walfische waren so gross wie Natasha, so heisst unser Boot. Und sie tutschten uns an. Ein Wal kann ein Bott mit einem Hint in zwei Stuecke hauen. Denn das Schiff ist 10 Tonnen schwer, der Wal jedoch etwa 20 bis 25 Tonnen. Unglaublicher Anblick. Aber sie beschaedigten zum guten Glueck nichts und schwammen von dannen, derweil wir den Motor auf vollgas stellten. Die Walfische moegen keinen Laerm. Ausserdem sahen wir noch eine Meeresschildkroete, die gemuetlich im Wasser herumtummelte und ab uns zu ihren Kopf hob, um die LAge zu checken.
Gegen abend sahen wir noch einen schlafenden Walfisch. Die schlafen naemlich auf dem Ruecken und strecken ihre Flosse aus dem Wasser. So treiben sie mit dem Wind. Walfische haben eine Haut aehnlich wie ein Schwamm, mit dem nehmen sie so viel Luft auf, dass sie locker zwei Stunden unter Wasser verbringen koennen.

Mit Mozambique wirds nichts, da der Wind immer in die falsche Richtung baest. Und wie er blaest. Weil wir hier lernen, Skipper zu sein und somit Chef von einem Boot und einer Crew, muessen wir selbstverstaendlich auch kritische Situationen angehen koennen. Darum gehen wir raus bis zu Windstaerken von 40 knoten. Das heisst so in etwa ein gutes 8 Beaufort.

Als ich heute morgen aufwachte und meinen Kopf ins Cockpit streckte, sah ich hinter unserem Boot ein grosses anderes. Unterwegs pickten wir es auf und schleppten es ab. Grund genug, am nachmittag einen langen Vortrag ueber Bootabschleppen und die internationalen Rechte dazu und so zu hoeren.

Ich kann nur sagen, es ist aeusserst spannend. Ich komme mir ein bisschen vor wie in der Pfadi, weil so viele junge Menschen und so ein jubeltrubel die ganze Zeit. Nur beim segeln sind alle strickt und serioes. Und ich bin mit den anderen in der Zwischenzeit ein paarmal ausgegangen. Ich sage Euch, diese Englaender muessen Bier anstatt Blut haben. Unglaublich sowas.

Also das wars fuer heute, ich kuesse alle von ganzen Herzen und werde allen Walen schoene Gruesse bestellen.

1 thought on “Janka und der Walfisch

  1. Ach liebe Janka,schön das Du endlich in der südlichen Hemisphäre bist, schliesslich ist Zürich n ur von grauem Hochnebel umgeben, während bei Dir die Walfische für dsie nötige Gischt sorgen. Grüss mir mein geliebtes Südafrika. Vor allem mein heissgeliebtes Capetown.
    Mast und Schotbruch. André/Zürich

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