Gruusige Tofuwienerli

Ihr Lieben,

Seit zwei Wochen plagt mich ein kleines Zipperlein, meine Beine tun weh, vor allem im obersten Bereich. Ich ging das ganze Röntgen, schaute auf die Bilder und bekam tüchtig Angst. Schnurstracks habe ich die Aufnahmen wieder in die Tasche gepackt und warte nun geduldig bis zum nächsten Termin bei der Frau Dokter.

Ab und zu überkommt mich die Angst, dass mir die Zeit davonrennt und mir zuwenig davon übrigbleibt.

Daher widme ich mich nun vermehrt der Ernährung, alternativen Heilung und Meditation. Ich war an einem Karftort zur Meditation und habe dort die Stille gespürt, bemerkt wie gut das tut und probierte es nun zu Hause. Das ist sehr schwierig, dass kann ich nur sagen, aber ich bleibe drann.

Am Wochenende ging ich dann also in Sachen Ernährung über die Bücher. Es gibt da ganz spannende Ansätze und die werde ich jetzt ausprobieren.

Man nimmt zum Essen mehrheitlich die Sachen, die gut tun, die natürliche Antioxidantien haben, die Angiogenese Hemmer sind. “Angiogenese bezeichnet das Wachstum von kleinen Blutgefässen. Tumor sind abhänging von einem Kapillarnetz, die sie sozusagen mit Nahrung und Sauerstoff versorgt.” Diese Verbindung muss gekappt werden. Haben wir schon mit der ersten Chemo (Avastin) probiert, aber es hat nichts genützt, aber ich geb nicht auf und stürze mich auf untenstehende Lebensmittel.

Kurkuma, mit einem TL Olivenöl und einer Prise schwarzen Pfeffer, Japanischer Grüner Tee, 8-10 Min. ziehen lassen und innerhalb einer Stunde trinken, Kreuzblüttlergemüse: Kohl, in Dampf gegart, Kräuter und Gewürze und Beeren, Sojaprodukte – achtung einige Tage vor und nach Taxol Chemo nicht essen – kann sichdurch Wechselwirkung aufheben.

Dann gibts noch die Antioxidantien, Ingwer, Knobli, Zwiebeln, Lauch, Schalotten, Schnittlauch, Tomaten, Pilze, Omega 3 Fettsäuren – Leinöl, Algen, Zitrusfrüchte, 85% Schoggi.

Und die Nahrungsmittel, die die Ausbreitung und vergrösserung des Tumors hemmen: Kräuter und Gewürze, Gemüse und Früchte, die reich an Carotinoiden sind – also rotes Gemüse und Frucht. Granatapfel

Gut, nun weiss ich das alles, bin mit meinem liebesten zukünftigen Ehegemal in den Bioladen und habe mir verschiedene Sachen gekauft. Ihr müsst wissen, ich koche sehr gut, aber mit soja gehacktem, Tofu, Algen und so kenn ich mich nicht so aus. Heute hats schon den ersten Tiefschlag gegeben – Tofuwienerli- WÄÄÄKKKK – so ein Reinfall, das kommt also nie mehr auf den Tisch.

Zum Frühstück habe ich jetzt folgendes rausgefunden und das ist super:

Tofujoghurt mit Himbeeren, 1 Espressolöffel Kurkuma eine Prise schwarzen Pfeffer, einen Gutsch Leinsamenöl und ein paar Flöckli.

Das hält gut und lang und ist auch noch sehr fein und geht auch wenn man keinen Geschmack mehr hat im Mund. Es ist flutschig. Wichtig ist, dass man die Flöckli am Abend vorher in die Hälfte der Joghurts mischt, dann werden Sie so richtig matschig.  Am nächsten Morgen dann die andere Hälfte des Joghurts reintun und so wird das Müsli mit den Beeren wieder richtig feucht. Als Abwechslung empfehle ich auch einen Apfel über die Bircherraffel reinzuraffeln, auf der kleinsten Raffel, das ergibt ein sehr sehr luftiges Gefühl und die Säure des Apfels erfrischt die trockenen Schleimhäute während den schlimmen Tagen nach der Chemo.

Zum Zmittag gabs Pouletbrüstli mit weissen Spargeln aus Deutschland. Rotes Fleisch ist eben auch nicht optimal, denn es fördert die Entzündung und zuviel Kohlenhydrate soll es auch nicht geben, den Kohlenhydrat ist Zucker und Zucker ist Tumorfutter.

Zum Znacht gabs Spinat und herrlichen Blattsalat mit Rüebli, Algen, kurz gerösteten Kernenmix, das war uh fein, nur die ganz grusigen Tofuwürstli waren der absolute Dämpfer, dafür kredenze ich mir ein Hüsli von der 85 % Schoggi.

So, das wars, ich werde nun den Abend mit Tee, Buch oder TV beenden.

Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel wünscht Euch

Janka

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